Sonntag, 8. Januar 2017

Ich bin kein Held in diesem Leben





                                     Ich bin kein Held in diesem Leben

Ich bin kein Held in diesem Leben.
Ich trage Sternenstaub als Souvenir.
Manche Stelle ist vergeben.
Ich bin schon lange hier.

Sich all die großen Worte einzuscannen,
um mitzureden von den großen Dingen dieser Welt,
um all die Täter zu benennen,
das liegt mir nicht, ich bin kein Held.

Der kleine Laden an der Ecke ist längst pleite.
„Wirtschaftskrise“ nennt sich das.
Wer da noch was Verstand hat, sucht das Weite.
Und findet es vielleicht. Das wär doch was.

Die Zeit der Zärtlichkeit ist längst zu Ende.
Ein rauher Wind ists, der um Ecken weht.
Es ist, als wenn der Mond am Firmament verschwände,
und Dunkelheit sich leise über alle Stätten legt.

Wenn das Neue nur das Alte wäre,
das wäre wunderbar bequem.
Doch das Leichte ist gewiss das Schwere,
und zu verharren, das bleibt angenehm.

Gehalten werden wollen wir doch alle. Es lohnt,
     dafür so viel wie möglich loszulassen,
auch wenn die Taschen gut gefüllt mit Schätzen sind.
Auch wenn wir uns manchmal dafür hassen,
es gibt Zeiten, da wären wir gerne wieder Kind.

Es ist dann, als ob sich eine unsichtbare Hand
auf deinen Scheitel legt,
sie ruht dort warm und unverwandt,
und du stehst staunend herzbewegt.

Ich bin kein Held in diesem Leben.
Und doch bin ich kein Untertan.
Man kann genüsslich am Entsetzen kleben.
Man kann. Man. . .





Sonntag, 1. Januar 2017

Ich verschenke mich




                                                     Ich verschenke mich!

                                                     Ich biete mich nicht feil,
                                                     nicht für Geld,
                                                     für Liebe nicht,
                                                     für nichts und gar nichts
                                                     auf der Welt,
                                                     alldieweil
                                                     ein großes Herz
                                                     die Welt umfängt,
                                                     ein Herz,
                                                     das nicht an Dingen hängt,
                                                     ich biete mich nicht feil.

                                                     Ich verschenke mich!

                                                     . . . und wenn ich mich einmal verneige,
                                                     dann neige ich mein Haupt
                                                     vor Lebenslust, vor Kinderlachen,
                                                     und ich schweige
                                                     von den Dingen,
                                                     die mir heilig sind,
                                                     und im Erwachen
                                                     bin ich selber Kind.

                                                     Ich verschenke mich!

                                                     Ich verschenk mein Herz
                                                     in aller Offenheit
                                                     und träume himmelwärts
                                                     und manchmal
                                                     tu ich weinen, weinen, weinen
                                                     vor lauter Glück,
                                                     von aller Angst befreit,
                                                     und aller Herzen Du
                                                     begegnen mir in Einem.

                                                     Ich verschenke mich!
        
  
           

Sonntag, 11. Dezember 2016

Singe, Seele

Bild: Adrian Hauffe



Singe, Seele. Der erste Herbststurm lässt die hohen Pappeln sich beugen. Alle Antworten sind benannt. Keine Frage ungefragt. Die Sonne. Das Licht. Der Wolken wanderndes Grau. Die Hölle, die Teufel, der Tod. Die Engel der Höhen. Der Schmerz. Keine Weigerung mehr, das anzunehmen.

Der Humor spricht zum Schmerz:
Ich lasse dich schwinden, indem ich erheitere.

Das Lachen spricht zum Schmerz:
Ich lasse dich schwinden, indem ich fröhlich stimme.

Die Liebe spricht zum Schmerz:
Ich lasse dich schwinden, indem ich
den Mantel des Schweigens über dir ausbreite.

Das Erwachen spricht zum Schmerz:
Ich lasse dich schwinden, indem ich die Welt hell werden lasse.

Die Barmherzigkeit spricht zum Schmerz:
Ich lasse dich schwinden, indem ich dir Balsam reiche.

Der Trost spricht zum Schmerz:
Ich lasse dich schwinden, indem ich
wohlige Wärme um dich hülle.

Es kommen so viele, die sprechen.

Der Schmerz blickt stumm. Er weiß um seine Stunde.
Da spricht das Annehmen zum Schmerz:
Schön, dass du da bist!

Und der Schmerz lächelt.

(und der erste Herbststurm lässt die Blätter auf dem Pfad tanzen)

Sonntag, 20. November 2016

Auf dem Pfade




Ich bin durchs Leben gegangen  - äonenlang.
Und alle Zeiten durchschwingt ein göttlicher Klang.

Durch mich hindurch schaut ein ewiger Geist,
Ich vermag ihn nicht zu benennen,
Er schaut durch mich in diese Welt
Und lernt in ihr sich selber kennen.




Dienstag, 1. November 2016

Das war das Apfelfest

Ein Bericht in der Hallo Northeim vom 22. 10. 16 über unser 1. Fredelsloher Apfelfest. Das Wetter hatte mit gespielt, und so wurde es ein rundum schöner Tag

Freitag, 19. August 2016

1. Apfelfest in Fredelsoh 15. / 16. Oktober 2016





1. Apfelfest in Fredelsloh 15. / 16. Oktober 2016

Samstag 15. 10.

19:00 Uhr MOVE ON & friends, Klosterkirche
Gospel - aber nicht nur!
Im Anschluss Gemütliches Beisammensein
mit Grill, Apfelcidre und Apfel-Zwiebelschmalzbroten
Am Kapellenbrunnen 9 (Hinter der Alten Schule)

Sonntag 16. 10.


Apfelsortenbestimmung

10 – 17 Uhr in der Klosterkirche

Mit Ariane Müller und Dankwart Seipp, Pomologen und Autoren des Buches „Norddeutschlands Apfelsorten“

Präsentation und Ausstellung von über 200 Apfelsorten

Für eine Sortenbestimmung bitte 5 – 6 Äpfel mit Stiel mitbringen,
hilfreich ist, wenn Sie etwas über Ihren Baum erzählen können.
Pro erfolgreich bestimmter Sorte wird ein Kostenbeitrag von 2,- € erhoben.


„Alles rund um den Apfel“

Infostände zu Anbau, Pflege und Verarbeitung der Äpfel; Streuobstwiesen
Kinderaktionen mit Saftpressen, Apfelstoffdruck u. a. 

14:00 Uhr Apfelerntedank-Gottesdienst, Klosterkirche (14:00)  
mit Vikarin Vanessa Franke und Pastor Peter Büttner "Der Apfel ist es!"
13:00 - 17:00 Uhr Apfelkuchenbuffet „Äpfel vom Dorf für´s Dorf“, Kaffee Kunst & Klüngel
10:00 - 17:00 Uhr Apfelstationen mit Apfelsuppe, Apfelpunsch und Apfelbrot
 Verkauf regionaler Produkte von Apfel bis Erdapfel,
Kinderprogramm mit Apfelstoffdruck und Apfelsaft pressen,
auf dem Apfelmarkt Am Kapellenbrunnen 9 (Hinter der Alten Schule)

Veranstalter: BLU e. V. Alte Schule Fredelsloh, Unterstützt von Klosterkirche Fredelsloh,
                       BUND Kreisgruppe Northeim, Gefördert durch die Hedi Kupfer Stiftung, Fredelsloh
Ansprechpartner: Dorothea Frank, Jörg Krüger BLU e. V. Alte Schule Fredelsloh Tel. 05555 / 522





Mittwoch, 17. August 2016

Kräuterbuschen und andere Ernten

Doros Kräuterbuschen und andere Fundstücke (Foto: Dorothea Frank)



Kräuterbuschen und andere Ernten

Zwischen Organisation vom ersten Fredelsloher Apfelfest, Küchenarbeiten und anderen Dingen, welche getan werden wollten, sind Dorothea und ich doch noch dazu gekommen, an Mariä Himmelfahrt, dem Kräuterweihfest am 15. August, unsere Kräuterbuschen zu sammeln. Ich denke, an einem Ort wie Fredelsloh, dessen Ursprung die Errichtung einer der Maria geweihten Kapelle an einer heiligen Quelle ist, gehört es wohl dazu, sich dieser alten Bräuche zu erinnern. Die Tradition des  Kräuterweihfestes an diesem Termin ist uralt, der Ursprung verliert sich in der Dunkelheit der so genannten „Vorgeschichte“.

Viele Orte, welche früher der dreigestaltigen Göttin geweiht waren, wurden später, nach der Christianisierung zu Marienweihstätten umgedeutet. Auch die Feiern und Feste, an welchen die Göttin gefeiert wurde, waren dann später halt. . .  Marienfeste. Um 745 n. Chr. wurde die Kräuterweihe erst verboten, dann unter den Segen Marias gestellt, seitdem feiert man die Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt. Ursprünglich war das Kräuterweihfest eines der variablen Feiern im Jahreskreis, an den Mondstand um einen Zeitpunkt herum begangen, im Gegensatz zu den „Festen“, die fest an ein Datum gebunden waren: Frühlings- und Herbsttag- und Nachtgleiche, Sommersonnenwende, Wintersonnenwende. Das Kräuterweihfest zu Ehren der dreigestaltigen Göttin fand an einem Vollmond um den 15. August statt.

Wie dem auch sei, Dorothea und ich begaben uns am Stichtag, eben dem 15. 8. mittags auf den Hainberg oberhalb von Fredelsloh, um unsere Kräuter für die Kräuterbuschen zu sammeln. Sicher, es gibt einige traditionelle Kräuter, die dabei sein sollten, wie etwa der Beifuß oder der Dost. Doch nicht alle ließen sich finden, hier wächst kein Alant in der Umgebung, als Beispiel, auch bin ich der Meinung, dass wir bei dem Sammeln von wirkkräftigen Kräutern an einem solchen Datum ruhig unserer Intuition folgen dürfen (wie eigentlich immer. . . )

So fielen unserer beiden Kräuterbuschen auch unterschiedlich aus: Dorothea hatte viel Schafgarbe darin, Dost, Rainfarn, Königskerze, Johanniskraut, Beifuß, Labkraut und Holunderblätter und –beeren und Wegwarte. Bei der Schafgarbe hatte Doro das Glück, einige rosablühende zu finden, die als besonders heilkräftig gelten.

In meinem Buschen war das Hauptkraut der Beifuß, dazu Dost, Johanniskraut, Schafgarbe, Rainfarn, Odermennig, Wegwarte, Königskerze und Holunderblätter. Auf dem Hainberg wuchs an einer Stelle eine Beifußsorte mit stark geschlitztem Blatt und sehr kräftigem, fast schon eberrauteartigem Aroma. Der hatte es mir angetan, und von dem sammelte ich ordentlich. Die Wegwarte kam bei mir spontan dazu, die blauen Blüten hatten es mir angetan, auch wenn sie nicht in der Literatur zum Kräuterweihfest erwähnt wird. Das wird der Holunder auch nicht, doch als Doro damit begann, Blätter und Früchte davon ihrem Buschen hinzu zu fügen, leuchtete mir das ein, schließlich ist der Holunder die Pflanze von Hel, der Göttin der Helle und der Hölle, unserer guten alten Frau Holle, welcher der Busch hold ist.

Doro pflückte ihre Kräuter von Hand, während ich sie mit meinem neuen hölzernen Messer schnitt. So kamen die Kräuter während der Ernte mit keinerlei Metall in Berührung. Nach dem Sammeln brachten wir unsere großen Kräuterbuschen in die Klosterkirche Fredelsloh und legten sie dort auf den Altar. Zwar wurden sie nicht geweiht, unser Pastor ist sowieso gerade in Urlaub, doch so konnten sie etwas von der Atmosphäre dieses Kraftortes aufnehmen. Am frühen Abend holten wir sie dann ins Haus und teilten sie auf: Doro flocht ein Sträußlein für ihre Mutter, zwei weitere wurden in der Alten Schule zum Trocknen aufgehängt, ich band mir zwei Buschen, jeweils mit einem Stengel Königskerze in der Mitte, wovon der eine in unserem Zimmer am Fenster seinen Platz fand, der andere auch in der Küche der Alten Schule.

Die Kräuterbuschen dienen für sich als „Glückszauber“, sie schaffen eine wohltuende Atmosphäre. In besonderen Fällen können Kräuter davon auch zum Räuchern genommen werden, zum Beispiel, wenn Krankheiten auftreten. Die Kräuter für Heiltees können wir noch bis zum 12. September sammeln, so lange dauert der „Frauendreißiger“, der sich Mariä Himmelfahrt anschließt, in dieser Zeit sind die gesammelten Kräuter besonders heilkräftig.

Dass Doro und ich zum Abschluss des Tages, bei einem Rundgang auf der Weper, noch Birnen und Pflaumen einsammeln konnten, und etwas Quendel, und dass Doro dann bei einer Nachbarin noch einige der Birnen gegen Augustäpfel und eine Flasche Holunderblütensirup eintauschen konnte, rundete den Tag ab. Er hatte auch eine feierliche Note für mich, so, als würde etwas Neues beginnen.